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OV-Abend C13 2018-07

Amateurfunkstation in Oberbayern zum Informationsaustausch mit Arktis Expedition gesucht; was steckt dahinter?

Wie bereits in der Rundmail vom 21.07.2018 erläutert, hat Herr Klaus Gerosa von der Herrligkoffer-Stiftung für Auslandsforschung mich (Wolfgang, DB2MWA) im Zusammenhang mit einer Schiffsexpedition in die Arktis kontaktiert.

Worum geht es dabei?

Letztlich geht es für uns dabei hauptsächlich um Öffentlichkeitsarbeit / Pressearbeit von der auch wir als Funkamateure im DARC profitieren könnten. Die Arktis-Expedition „Nobile 2018” auf einem Zweimaster unter dem Leiter und Kapitän Simone Orlandini wird von August - September 2018 Berichte über den Expeditionsverlauf abgeben, und zwar auch gern über Amateurfunk. Der Kapitän ist selbst Funkamateur.

Wie bereits erwähnt, wird eine Gegenstation in unserem Distrikt C (also in Oberbayern) gesucht, die die Berichte aufnehmen kann. Wie Herr Gerosa schreibt, würden dann die Berichte pressewirksam „verarbeitet”. Das wäre auch für uns eine einmalige Chance, uns als Funkamateure in der Öffentlichkeit weiter bekannt zu machen und unsere Aktivitäten werbewirksam darzustellen.

Das Call ist der „Expedition North Pole 2018” mit dem Segelschiff „Mea Lux” ist II0PN/mm (QSL via IT9MRM). Das Call des Kapitäns Simone Orlandini ist IU5KUH. Orlandini ist der Präsident des World Arctic Fund, einer NGO für den Schutz und die Erhaltung der Arktis.

Zum Hintergrund der Expedition schreibt Herr Gerosa folgendes (Zitat, gekürzt):

Arktis-Expedition „Suche Nobile-Zeppelin-Reste”. Erinnerung an den Amateurfunker Nikolai Schmidt, Volksschullehrer im Dorf Wosnessenskoje (Nähe Archangelsk), der mit einem selbstgebauten Gerät am 02.Juni 1928 – also vor 90 Jahren - einen Notruf der verschollenen Überlebenden auffing!

...Damit aus der aktuellen Expeditions-Aktion einer Suche (nach Metall-Resten am Meeresgrund) auch die Erinnerung an diese europäische Forschungs-, Technik- und Rettungsgeschichte...wieder bekannt wird. Und auch von den positiven Handlungsweisen denen Menschen fähig sind, berichtet wird: letztlich war es eine europäische Rettungsaktion und die Rettung kam aus Russland.

Quelle: Klaus Gerosa

Es haben sich mehrere Interessenten im Distrikt C gefunden, die die technischen und organisatorischen Voraussetzungen hätten, eine Gegenstation zu II0PN/mm zu betreiben.

Nachtrag zum neuesten Status der Arktis-Expedition nach unserem letzten OV-Abend am 26.07.2019:

Am 1. August 2018 geriet das Expeditionsschiff ca. 10 Seemeilen vor Svalbard (Spitsbergen) in schwerer See mit 5-6 m hohen Wellen in Seenot. Das Schiff schlug leck und war nicht mehr steuerbar. Die Besatzung wurde, zum Teil mit Hubschraubern der norwegischen Küstenwache, komplett gerettet und befindet sich jetzt in Sicherheit. Über das Schicksal des manövrierunfähigen Schiffs ist bislang nichts bekannt. Die Expedition ist damit gescheitert.

OM Rainer Englert (DF2NU) berichtet über seine Beobachtungen mittels Amateurfunk wie folgt:

Am 01. August um 13:57 UTC meldete sich II0PN/mm schließlich mit einem Notruf im 20m Amateurfunkband bei Alberto Mattei, IT9MRM, Präsident des italienischen Amateurfunkverbandes ARMI und bei Rainer Englert DF2NU, der das Gespräch für RADIO DARC aufzeichnen wollte.

Das Gespräch lief deutlich anders als geplant. Die MEA LUX sei vor Spitsbergen in schweren Sturm geraten, 6m hohe Wellen hätten das Schiff schwer beschädigt und Wasser sei eingebrochen. Es drohe zu sinken. Die Satelliten-INMARSAT-Verbindungen funktionierten nicht mehr wegen des starken Schaukelns und der Tatsache, dass diese in Polregionen nur schwache Signale liefern. So wurde die Amateurfunkstation zum Lebensretter, die alarmierte Norwegische Küstenwache rettete die Schiffsinsassen mit dem Hubschrauber. Das Schicksal des aufgegebenen Schiffes ist ungewiss, ebenso ist das wohl das unfreiwillige Ende der Nobile-Gedächtnis-Expedition.

Quelle: Rainer Englert (DF2NU)

Bemerkenswert ist, dass ausgerechnet die Expedition, die sich auf den Spuren der Polar-Expedition von General Nobile im Jahr 1928 befand, nun ebenfalls, genau wie damals das Luftschiff Italia, unter maßgeblicher Beteiligung von Funkamateuren gerettet wurde. Wir sind aber alle sehr erleichtert, dass diesmal, anders als 1928, alle Expeditionsteilnehmer gerettet wurden!


Wolfgang (DB2MWA)

Funken aus dem Urlaub in Südfrankreich: einige persönliche Eindrücke von F/DB2MWA/p

Wie bereits am vorigen OV-Abend im Juni angekündigt, war ich (Wolfgang DB2MWA) vom 02.07.2018 bis 14.07.2018 wieder aus dem Sommerurlaubs-QTH in Südfrankreich, Bormes-les-Mimosas / Le Lavandou JN33ec, QRV.

Bormes-les-Mimosas liegt ungefähr auf halber Strecke zwischen Toulon und Saint Tropez direkt an der Mittelmeerküste.

Bormes-les-Mimosas / Le Lavandou

Bild 1: Bormes-les-Mimosas / Le Lavandou

Das Equipment sah dieses Jahr ganz ähnlich aus wie in den Vorjahren:

  • TRX: Elecraft K2 mit 5-10 W, also immer QRP
  • Antenne: vertikale Lambda/2 End-gespeist (am Fiberglas-Schiebemast)
  • Notebook mit Fldigi unter Linux

Das Bild zeigt den unteren Teil des Fiberglas-Masts, montiert an einem Stativ, das ursprünglich für eine, händisch zu bedienende, Camping-Satellitenantenne bestimmt war. Daneben ist das selbstgebaute Z-Match zur Anpassung der Antenne am Fußpunkt zu sehen.

Fiberglas-Mast

Bild 2: Fiberglas-Mast

An dem Abgespannten Mast ist mit einigen Windungen großer Steigung ein 10 m langer Antennendraht befestigt. Auf dem 20 m Band stellt das Ganze dann einen End-gespeisten Lambda/2 Vertikaldipol dar, der sich durch die flache Abstrahlung recht gut für DX-Verbindungen eignet.

Mast mit Abspannung

Bild 3: Mast mit Abspannung

Mit dieser Anordnung gelangen so einige schöne Verbindungen, meist in PSK 31, mit 5-10 W quer durch Europa. Weltweite Verbindungen, so wie in den Vorjahren, waren allerdings leider nicht möglich, was wohl dem derzeitigen absteigenden Ast in der Sonnenaktivität / Solar Flux geschuldet war.

Station

Bild 4: Station

Leider gab es auch einige sehr negative Beobachtungen: so wurden recht oft PSK 31 - QSOs durch starke PSK 63 - Signale regelrecht überfahren. Offenbar hat die Betriebstechnik bei einigen HAMs stark gelitten, denn die Regel „hören und nochmals hören, dann erst senden” scheint völlig in Vergessenheit geraten zu sein. Es wird auch nie vor dem CQ-Ruf angefragt, ob die Frequenz frei ist. Natürlich kann es einmal passieren, dass man sein Signal einmal versehentlich über eine belegte Frequenz legt, beispielsweise wenn sich einer der QSO-Partner im laufenden QSO in der toten Zone befindet. Das merkt man jedoch recht schnell, wenn man die Frequenz auf der man zu senden beabsichtigt, zuvor einige Zeit beobachtet.

Überhaupt zum Thema PSK 63: hier werden scheinbar nur noch Makros ohne jeden Inhalt in hohem Tempo automatisch abgespult. Beispiel: nach meiner Antwort auf einen CQ-Ruf in PSK 63 kam nur noch folgendes zurück:

F/DB2MWA/p de XXxXX 
cfm, qrz?

Und das war es dann, dann kam der Nächste! Das ist meiner Meinung noch nicht einmal mit Contest-Style entschuldbar (es lief zu der Zeit auch kein Contest).

Weitere negative Beobachtungen:

  • Ausschließlich 599-Rapporte. Das kann nicht sein und nützt mir gar nichts.
  • Keine Antwort auf frei formulierte Fragen, nur Abspulen fertiger Makros, die natürlich auf keinerlei Inhalte eingehen.
  • Besonders nervend: automatische CQ-Ruf Sequenzen mit nur ganz kurzen Pausen zwischen den Sequenzen. So hat man keine Chance zu antworten und die CQ-Sequenzen laufen dutzende Mal nur durch. Hört keiner mehr oder haben die Leute keine Empfänger mehr in ihrer Station?

Das es auch anders und viel besser geht, zeigte ein QSO mit OE1KY. Es entspann sich eine sehr nette, längere Unterhaltung mit frei formuliertem Text im gemächlichen PSK 31 - Tempo mit dem OM in Wien und am Ende trennte man sich freundlich und mit dem Ausdruck der gegenseitigen Wertschätzung.

Mont Ventoux (SOTA: F/CR-007)

Bild 5: Mont Ventoux (SOTA: F/CR-007)

Zum Schluss noch zwei (fast-) Off Topic Bilder, entstanden nach den Funkaktivitäten an der Mittelmeerküste: Für unsere SOTA-Freunde einen Blick auf den Mont Ventoux (SOTA: F/CR-007)[1] in der Provence von dem kleinen, jedoch sehr hübschen, Ort Vaison La Romaine aus. Sehr bekannt ist der Mont Ventoux natürlich auch durch die Tour de France. Allerdings wurde der Berg dieses Jahr von der Tour ausgespart.

Über den Fluss Ouveze bauten die Römer im 1. Jh. n. Chr. eine Brücke. Nur die Brüstung ist neu, nach einer Beschädigung durch eine schlimme Flutkatastrophe am 22. September 1992. Die fast 2000 Jahre alte Brücke selbst hat gehalten! Die zwei gebogenen Fiberglas-Masten am linken Ufer sind leider keine Antennen, sondern dienen dazu eine LED-Lichtinstallation über der alten Brücke zu halten, wohl um diese in der Nacht gebührend in Szene zu setzen.

Brücke über den Fluss Ouveze

Bild 6: Brücke über den Fluss Ouveze

Soweit die persönlichen Eindrücke als F/DB2MWA/p aus diesem Jahr.


Wolfgang (DB2MWA)

Bericht über die Zeit in Scheidegg

Im Folgenden ein kleiner Bericht über Amaterfunk-relevante Themen während meines (Sven, DG1SVE) Aufenthaltes in Scheidegg.

DB0LC

Direkt nach meiner Ankunft in Scheidegg bemerkte ich die meine Nähe zum Relais DB0LC[2] . Das Relais wird von OMs des DARC Ortsverband Lindau (T13) betrieben.

Reaisstation DB0LC

Bild 7: Reaisstation DB0LC

Hier dient eine alte, nicht mehr verwendete Sprungschanze als Antennenträger. Der alte Turm für die Wertungsrichter beherbergt die gesamte Elektronik. Auch einen APRS-Digipeater bzw. I-Gate haben die OMs aufgebaut. Die APRS-Abdeckung kann ich nur als exzellent bezeichnen.

Pfänder

In den Touristenformationen entdeckte ich einen Termin der Pfänderbahn, für die Besichtigung der Sendeanlagen des ORS auf dem Pfänder (1062 m). Der Berg liegt am Ostende des Bodensee, in der Nähe der Stadt Bregenz. Er war in etwa drei Stunden zu Fuß von Scheidegg zu erreichen.

Sendanlage der ORS auf dem Pfänder

Bild 8: Sendanlage der ORS auf dem Pfänder

Der Sender wird von der Österreichische Rundfunksender GmbH[3] betrieben. Das Versorgungsgebiet umfasst die Länder Schweiz, Österreich und Deutschland. Es werden Rundfunk sowie Fernsehprogramme abgestrahlt. Die abgestrahlte Leistung liegt bei ca. 250 kW. Von außen macht die Anlage durch ihren charakteristischen Antennenträger auf sich aufmerksam. Die Höhe beläuft sich auf etwa 95 m, wobei das letzte Segment aus einem GfK-Element besteht.

Die Energieversorgung erfolgt über zwei 10 kV Leitungen, die über zwei getrennte Wege zum Sender führen. Ein Dieselaggregat steht für Notfälle bereit. Die Kühlung erfolgt über zwei getrennte Kühlkreisläufe. Imposant auch die Antennenweiche, die die Ausgangssignale der einzelnen Sender vereint.

Antennenweiche

Bild 9: Antennenweiche

Besuch bei T13

Und wenn man schon mal in der Gegend ist, besuchte ich das monatliche Treffen der DARC Ortsverbandes Lindau (T13)[4] . Nach vorheriger Kontaktaufnahme mit Manfred (DJ5MW) fand sich dann recht problemlos eine Fahrtgelegenheit nach Lindau. Helmut (DG6MDG) sammelte mich ein. Da ich noch den Vortrag über die SOTA Erstaktivierung des Benzeggs in der Tasche oder besser dem Laptop hatte, hielt ich den Vortrag bei T13.

Ein wesentliches Thema des OV-Abends war allerdings die Vorbereitung auf die WRTC 2018. Der Grund dafür wurde mir allerdings erst viel später klar. Ein Blick in die Ergebnislisten des Wettbewerbes sorgte bei mir für Erkenntnis.

SOTA C06-Aktivierung

Glücklicherweise entschied sich der Ortsverband C06 für seine jährliche SOTA-Aktivierung für das Allgäu. Als Ziel wurde der Breitenberg[5] bei Pfronten gewählt. Das ermöglichte mir, unter Zuhilfenahme der öffentlichen Verkehrsmittel, auch daran teilzunehmen. Allerdings in einem zeitlich eingeschränkten Rahmen.

So startete ich am 16. Juni bei perfektem Wetter von Scheidegg zunächst in Richtung Kempten. Von hier aus ging es weiter mit dem Zug in Richtung Reuthe in Tirol. In Pfronten angekommen bediente ich mich der ersten Sektion der Seilbahn. Den Rest des Weges bis zur Ostlerhütte bin ich standesgemäß gelaufen.

Oben angekommen waren schon einige OMs schwer am Arbeiten. Sie gehörten zu einer kleinen Gruppe von CB-Enthusiasten, die sich auf einen CB-Contest vorbereiteten.

Blick vom Breitenberg Richtung Hochvogel

Bild 10: Blick vom Breitenberg Richtung Hochvogel

Bei blauem Himmel baute ich meine J-Pole-Antenne auf und begann mit der SOTA-Aktivierung. So gelangen mir auch ein paar Summit to Summit-Verbindungen. Auch mit Thomas (DB5FT) konnte ich einen kleinen Schwatz abhalten. Diesmal hatter er leider keine Zeit für die Berge.

Das Highlight der Aktivierung war dann ein QSO mit Jürgen (DK7HZ). Er befand sich in einem Motorsegler und funkte mit seinem Handfunkgerät unter DK7HZ/am. Dabei näherte er sich bis auf Sichtweite dem Gipfel.

Gegen 14:00 Uhr trat ich den Rückweg an. Mit Seilbahn, Zug und Bus gelangte ich dann in den Abendstunden zurück nach Scheidegg.


Sven (DG1SVE)