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Feldtag September 2019 - zwischen Spiderbeam und Stall

Bericht von Klaus (DH6MAV)

Wenn der Enthusiasmus zweier Ortsverbände aufeinander trifft, ist es zum Fieldday nicht weit. Nach dem schönen Sommer 2018 drohte das Wetter zu kippen. Das Oktoberfest feierte Halbzeit. Beides focht die Amateurfunkgesellschaft nicht an. Der eine OV hatte die nötige Connection zum Bauern und dessen Wiese, der andere OV wusste das passende Equipment vom Distrikt auszuleihen. Es kam noch spezielles Knowhow hinzu: Andi, DG4MIC, war erst wenige Wochen zuvor WRTC-Helfer, sog. Volunteer. Als solcher brachte er die Erfahrung mit vom mehrmaligen Auf- und Abbau des Spider-Beam, der Generator-Installation und des Zeltaufbaus. In freundlichem Kommandoton trieb er uns als Sherpa und Aufbauhelfer an, darunter auch seinen C19-OVV, Robert, DL4ROB.

Apropos Zeltaufbau. Es wuchsen so einige aus dem Boden und bildeten am Ende zusammen mit den Wohnmobilen ein buntes Bild auf grünem Grund. Funkamateure scheinen übrigens hart im Nehmen zu sein. Denn nächtlich tendierte die Außentemperatur gegen die Frostgrenze.

Abendlicher Antennenaufbau, DG4MIC mit Stirnlampe, assistiert von DO5THW (Quelle: DH6MAV)

Bild 1: Abendlicher Antennenaufbau, DG4MIC mit Stirnlampe, assistiert von DO5THW (Quelle: DH6MAV)

Wir waren nur 1,3 Kilometer Luftlinie von Andechs entfernt. Das berühmte Kloster grüßte herüber. Schade eigentlich, dass wir mit dem Rufzeichen DL100BY unsere Funkgesprächspartner außer mit einem Sonder-DOK zu „100 Jahre Freistaat Bayern” nicht auch noch mit dem malerischen Hintergrund beglücken konnten. Hmm, man könnte bei einer Wiederholung des Events glatt mal über SSTV oder ein anderes Bildübertragungsverfahren nachdenken?

Die Getränke im Aufenthaltszelt, wie auch der Andechser „Gerstensaft”, waren ohne Kühlschrank bestens gekühlt. Wir dagegen zogen weitere Pullover über und drehten die Gasheizungen weiter auf. Zu was Männer und eine YL alles fähig sind, Beispiel: Sven, DG1SVE, stellvertretender OVV von C13, schälte und hackte einen riesigen Berg Zwiebeln, gleich anschließend „transformierte” er den Parmesan-Festkörper zu Krümel. Was daraus wohl wird? Schaun mer mal, dann sehn wir scho (oder so ähnlich). Die Koch- und Grillstellen bekamen ausreichend zu tun.

Übrigens auch die Kinder. Die waren meist bei den gerade in der Nacht zuvor geborenen Kälbchen anzutreffen, durften allen Rindviechern das Grünfutter zu gabeln oder (vermutlich unerlaubt) im Heuschober „Rutschbahn fahren”. Wir bekamen dafür die frischesten Hühnereier und die perfekte Voralpenmilch.

Nicht ganz zufällig, nämlich von Leonhard, DG9CAH, angestiftet, besuchte uns gegen Ende noch eine Gruppe Fuchsjäger von der am Samstag stattgefundenen und so beliebten Großraum-Fuchsjagd. Die WRTC-Ausrüstung beeindruckte die Jungs, äh, Old Men. Und sie bemerkten, dass hier bei uns alles ganz stressfrei abläuft. Was sie nicht gesehen hatten: Dass wir am Freitag wegen der gar zu schnell herein brechenden Nacht nur noch mit Stirnlampen die Aufbauarbeiten hatten vollenden können.

Bericht von Sven (DG1SVE)

Vom 28.09. bis zum 30.09.2018 fand der erste gemeinsame Fieldday der Ortsverbände (C19) und München West (C13) statt.

Am Freitagnachmittag trafen Andi (DG4MIC), Robert (DL4ROB), Janin (DK1LJ), Florian (DO5THW), Thomas (DO8YS), Sven (DG1SVE) auf der Wiese in Andechs ein. Zuerst begannen wir mit dem Aufbau der großen Zelte. Etwas aufwendiger gestaltete sich da schon der Aufbau der Antennen.

Die WRTC, die dieses Jahr in Deutschland stattfand, spülte einen komplettes Stationspacket in die Bestände des Distriktes Oberbayern. Die Ortsverbände können dieses Paket für Fielddays benutzen, wovon die OM's von C19 Gebrauch machten. Unter der Leitung von Andi, der zur WRTC als Helfer aktiv war, installierte das Team die Anlage. Der Aufbau des Spiderbeams forderte mit seiner Komplexität die meiste Zeit. Andi bewahrte uns vor allerlei Anfängerfehlern im Umgang mit der Antenne. Ohne seine Erfahrung hätten der Aufbau sicher noch länger gedauert.

Nach getaner Arbeit ließen wir uns einen großen Topf frischen Spagetti schmecken. Im Aufenthalts-Zelt entwickelten sich im Anschluss spannende Fachgespräche über das gemeinsame Hobby.

Nun füllte sich langsam das Operator-Zelt, die Antennen wollten getestet werden. Wann gibt es schon mal die Möglichkeit mit dem Equipment einer Weltmeisterschaft zu arbeiten. Und so verglichen wir die verschiedenen Antennen miteinander.

Sonnenuntergang, im Hintergrund das Kloster Andechs

Bild 2: Sonnenuntergang, im Hintergrund das Kloster Andechs

Der Samstagmorgen war geprägt von einem bedeckten Himmel und einem unangenehmen Wind. Gegen Mittag klarte das Wetter wieder auf und die Sonne wärmte uns wieder auf. Leider war uns beim Aufbau des Spiderbeams dann doch ein kleiner Fehler unterlaufen. Wir mussten dem Mast noch einmal einfahren und neu aufrichten. Eine wackelige Angelegenheit bei Antennen dieser Größe.

Die Kinder wurden, wie üblich, gleich in die Stallarbeit integriert. Sie kümmerten sich um die Versorgung der Mannschaft mit Milch. Ganz neu auf dem Hof sind Hühner, womit auch die Versorgung mit Eiern sichergestellt war.

Für den Fieldday wurde das Sonderrufzeichen DL100BY aktiviert. Es erinnerte an die Gründung des Freistaates Bayern vor 100 Jahren. Leider war es für den CW-Betrieb etwas unhandlich und führte in Folge dessen zu häufigen Rückfragen der Gegenstellen.

Zelte

Bild 3: Zelte

Das bemerkenswert schöne Wetter lud natürlich zum Wandern ein. Und so gab es zahlreiche SOTA-QSOs auf UKW. Die OMs auf dem Bergen freuten sich über das Sonderrufzeichen, wie auch über das große Echo unserer Station. Denn das Mikrofon wurde von einem OM zum anderen OM weiter gereicht, so das die vier geforderten SOTA-QSOs überhaupt kein Problem darstellten. Andi (DG4MIC) glang sogar eine 23cm-SOTA-Verbindung.

Der Samstag gestaltete sich als der Besucherstärkste. Neben Franz (DK3DK), der es sich wie immer nicht nehmen ließ, mit dem Fahrrad vorbeizukommen, schaute Peter (DG6MDS) mit XYL und Klaus (DJ4TU) mit seiner ganzen Familie vorbei. Super klappte die durch C19 organisierte Versorgung mit leckerem Kuchen.

Der Sonntagmorgen begann mit einer großen Pfanne Rührei. Nach dem Frühstück planten wir langsam den Abbau. Die Zelte blieben im wesentlichen trocken. Nur eine Seite des C13-OV-Zeltes musste noch etwas Sonne nachtanken. So verpackt bedurfte es keiner weiteren Nacharbeiten.

Es war der erste Fieldday zusammen mit dem Ortsverband C19. Besonderes Higlite war natürlich, einmal mit der WRTC-Stationsausrüstung zu arbeiten. Das Zusammentreffen von Mitgliedern aus zwei Ortsverbänden im Rahmen eines Fielddays befeuert enorm den Informationsaustausch.