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Hinteres Hörnle (DL/AM-058 1548m)

Diesmal stand eine Winter-Aktivierung an. Als Ziel kam mir ziemlich schnell das Hinteres Hörnle[1] in den Sinn. Aus München herraus ist es öffentlich gut erreichbar. Für den Fall, das die Schneeverhälltnisse einen Aufstieg verhinden sollten, bot die nahe Seilbahn eine Alternative. Auch der Aspekt möglicher Lawinenabgänge floß mit in die Überlegung ein.

Murnauer Moos, Bildmitte Heimgarten

Bild 4: Murnauer Moos, Bildmitte Heimgarten

Von München führ ich über Murnau nach Bad Kohlgrub Kurhaus. Von hier aus verlief der Weg erst Richtung Talstation der Hörleseilbahn, und dann zum Ortsteil Sonnen. Hier begann der Forstweg, der geräumt war bis der Weg die Skiabfahr traf. Hier reihte ich mich in den Strom der gerade aufsteigenden Tourengänger ein. Das alles war noch ohne Steighilfen möglich. Besonders Angenehm: abseits der Piste gab es gesonderte Bereiche für Tourengänger, so kamen sich die Fraktionen nur selten in die Quere.

Die Temperaturen waren bei fast Windstille gut auszuhalten. Das Änderte sich auch nicht mit dem erreichen der Hörnlehütte. Von nun an ging der Weg fast auf gleicher südostwärtz. Kurz vor dem Gipfel änderte sich die Beschaffenheit des Schnees. Nun ging es mit den Schneeschuhen weiter, und ich stannd 12:00 Uhr auf dem Gipfel.

Hörnlealm

Bild 5: Hörnlealm

Auf der 2m Anruffrequenz tobte gerade ein Pileup, Sylvia und Peter aktivierten gerade den Sternstein[2] . Und schon standen die ersten beiden S2S-QSOs in den Büchern. Die Temperatur waren noch erträglich, allerdings lud der aufkommende Wind nicht gerade zum verweilen ein. Die Frequenz war wieder frei, und ich konnte „CQ SOTA” rufen. Normalerweise führe ich meine Logs immer mit einem Bleistift, der allerdings zuhause lag. Gut, der Kugelschreiber tut es auch, bis auf: es ist kalt. Und so kam es, wie es kommen musste. Er versagt mitten im QSO den Dienst. Freundlicherweise stellent mir die OMs ihre Logs per Mail zur Verfügung. Ein Einstecken des Scheiberlings in den Handschuh verhalf im wieder zu etwas Leben. Gegen Ende fischte ich noch Oliver (DN5NO) und Thomas (DB5FT) aus der Luft. Letzendlich standen so sieben QSOs, drei davon Summit to Summit, in den Büchern.

Hinteres Hörnle

Bild 6: Hinteres Hörnle

Die Kälte zwang zum Abstieg, oder besser zur Bewegung. So packte ich nach einer Stunde Aufenthalt auf dem Gipfel alles zusammen und begann den Rückweg. An der Hörnlealm bog ich Richtung Unterammergau ab. Diesen Weg hatte ich bereits bei der Planung als möglichen Aufstieg im Auge, aber wegen der unklaren Schneesituation verworfen. Als ich das Begängnis auf dieser Route sah, fiel die Entscheidung den Abstieg Richtung Unterammergau zu verwenden. Auf dem Weg nach unten begegneten mir noch etliche Tourengeher, walhweise mit Ski oder Schneeschuhen. Meine Schneeschuhe verwendete ich bis hinunter ins Tal. Der Rest des Weges zur Bahnstation lief ich auf kleinen geräumten Nebenstraßen.

Gelernte Lektionen: bei Winter SOTA-Aktivierungen immer mit Bleistift aus dem Haus! Trotz extremer Schneefälle in den Wochen zuvor war die Tour problemlos machbar. Es macht Lust auf mehr, aber es will gut vorbereitet sein.

[1] Hinteres Hörnle 1548m, SOTA-Ref: DL/AM-058, 6 Points https://www.sota.org.uk/Summit/DL/AM-058
[2] Sternstein 1122m, SOTA-Ref: OE/OO-080 https://www.sota.org.uk/Summit/OE/OO-080